„Es ist alles in Ordnung."
Der Satz fällt am Ende vieler Routine-Untersuchungen. Er bedeutet konkret, dass kein Wert auf dem Laborzettel ausserhalb des Referenzbereichs liegt — nicht, dass alles wirklich gut steht. Er bedeutet: noch nicht krank im Sinne formaler Diagnosekriterien.
Das ist eine wichtige Aussage. Das klassische Gesundheitssystem ist auf diese binäre Frage ausgelegt — krank oder nicht krank — und erfüllt diesen Auftrag mit hoher Kompetenz. Für viele Menschen ist diese Auskunft auch genau das, was sie suchen.
Manche möchten mehr wissen. Sie schauen auf ihre Familienanamnese und denken, dass die wirklich wichtigen Entscheidungen in der Medizin Jahrzehnte vor der ersten Diagnose getroffen werden. Sie spüren, dass „im Referenzbereich" nicht dasselbe ist wie „optimal". Sie wollen verstehen, wo sie biologisch wirklich stehen, und welche Hebel im individuellen Fall den grössten Effekt haben.
Diese Fragen lassen sich beantworten — aber nicht im Rahmen einer Vorsorge, die für Krankheitsdiagnostik konzipiert ist.